Erben der Drachenburg

Geschichten aus Golarion, Astani und Faerun

Die Ballade vom Ritter Kunkel

| 2 Kommentare

Es ritt der edle Ritter Kunkel
durch einen Wald, der still und dunkel.
Als plötzlich, jäh und ungestüm
ein grauslich graues Ungetüm,

ein richtig schlimmes Drachenvieh,
das Feuer, Gift und Galle spie,
sich fliegend näherte dem Reiter
und sprach: »Bis hierher und nicht weiter!«

Der edle Ritter zog am Zügel,
dann seinen Degen, stieg vom Bügel
und mutig, ohne banges Zagen
ging er dem Drachen an den Kragen.

Gar bald gelang’s ihm hintern Ohr’n
das Scheusal schmerzhaft anzubohr’n,
worauf es »Au!« schrie nach dem Stich
und flugs nach oben hin entwich.

Der Ritter reinigte den Degen
und ritt, nun auf befreiten Wegen,
dorthin, wohin er vorhin wollte
(wozu es fast nicht kommen sollte).

Das Volk begrüßte ihn mit Tüchern
und bald schrieb man von ihm in Büchern,
weil er der erste war, wie’s hieß,
der einen Drachen steigen ließ.

 nach Heinz Ehrhardt

2 Kommentare

Schreibe einen Kommentar