Erben der Drachenburg

Geschichten aus Golarion, Astani und Faerun

Einstige Helden

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Der folgende Nachruf ist schon einige Jahren alt, aber er ist es Wert „im Gedächtnis“ (bzw. auf diesem Friedhof) zu bleiben!:

Dieser Brief geht an alle ‚meine Rollenspieler’ (beteiligte solle dies als Trost dienen!):

Es ist mir gestern passiert:
zum ersten mal seit meiner mittlerweile über 16 jährigen Erfahrung als Rollenspiel- Meister!
Es ist etwas, worauf ich wirklich nicht Stolz bin, das aber (ob Stolz oder nicht) mindestens eine Trophäe wie der Kopf eines 12- Enders über dem Kamin wert währe!

Es kam ziemlich unvermittelt, und ohne Absicht.
Ich habe den Abend bestimmt nicht mit dem Vorsatz begonnen dieses zu tun.
Auch ist mir bei der Durchführung selber immer wieder der Gedanke gekommen, ob ich nicht (alle Priemzahlen (außer ‚2’) und noch einiges mehr, gerade sein lassen sollte.
Erschreckt hat mich auch, dass einer meiner Spieler mich im Nachhinein für meine Konsequenz (ausdrücklich ernsthaft) gelobt hat…
Es hat den ganzen Abend gedauert, sogar bis nach 12 Uhr, aber letztendlich gab es nichts mehr zu Rütteln:
Etwas was bestimmt schon einige Meister ‚erfolgreich geschafft’ haben, was ich aber nie angestrebt habe!
Etwas, was mich als Spieler selber an den Rand des rationalen Denkens gebracht hätte, den Sinn und Zweck des Spiel, die wahre (nur Rollenspieler bekannte) Statistik der Würfel und des Absoluten Zweck des Seins angezweifelt lassen hätte:

Ich habe gestern den Untergang und den Tod einer kompletten Rollenspiel Gruppe miterlebt, und sogar selber inszeniert !!!!!!

Ich wollte es nicht!
Es waren eine Verkettung ungewollter, unglücklicher, dummer Zufälle!
Die wahre Gefahr wurde zu spät erkannt! (mehrere Dutzend zweiköpfiger großer Hunde wurde nicht mit ‚50 nicht zu schwache Gegner’ gleichgesetzt)

Die Spieler konnten auch nicht wissen, dass die ‚Hunde’ sie nur bis zu einem gewissen Punkt zurücktreiben wollten, und dann mit der Verfolgung aufhören würden!

Es war in der Wüste, kein Baum zum Raufklettern.

Es war in Ravenloft, und ironischer weise waren die todbringende Gegner weder Untote, noch Lykantophen, Vampire, Geister oder Ähnliches.

Die Charakter waren auch nicht zu schwach, sie waren alle in der achte Stufe!
Sie hatten sich leider (was Zauber und ähnliches angeht) darauf vorbereitet mächtige Todbringende Zauber auf einzelne Gegner und/oder Untote zu Schleudern… (Mächtige böse Mumien und Wüstenzombies…)
Keine ‚Flächenzauber’…

Und dann nahm das Schicksal seinen Lauf:
Statt einfach zu fliehen, wenn ‚mehrere Duzend schneller Wesen’ aus einem Tal auf einem Zustürzen, und noch etwas drei Minuten Entfernt sind (so wie es ‚das Abenteuer’ sowieso vorsieht, und wovon der Meister auch Ausgegangen ist, ohne darüber Nachzudenken, dass diese Begegnung zum Tod der Gruppe führen könnte…), und sogar auf die Hunde zuzugehen….
… Als der Meister eine Minute (im Spiel) später beschrieb, das es sich bei den ‚mehreren Dutzend’ um zweiköpfiger Hunde handelt (in der Hoffnung, dass die Gruppe aber jetzt langsam fliehen muss) ergeben zu nicken, und zu Beschreiben, welche Zauber ‚hochgefahren’ werden, und ab welcher Entfernung mit dem Fernkampf begonnen wird….

Ich denke Ursachen sind: Eine gesunde Menge an Überheblichkeit, eine zu Hohe Menge an Unachtsamkeit (einige Spieler haben selbst nach mehrmaligem Wiederholen erst beim ‚eine Minute später: es sind zweiköpfige Hunde’ mitbekommen, dass es sich wirklich um MEHRERE DUTZEND handelt, und dass das ja mehr als zehn sind), und wahrscheinlich auch die nicht ausreichende Erkenntnis des Meisters, dass noch nicht alle Spieler den Ernst der Lage erfasst hatten (bis es zu Spät war).

Wie auch immer, es kam zum Kampf!
Es war ein heroischer Kampf!
Die Charakter haben alles gegeben, und der Kämpfer konnte alle noch mal ins Staunen versetzen, zu was er Fähig ist… aber… es hat nicht gereicht…
Die Gefahr wurde unterschätzt, und jetzt liegen die abgenagt Gebeine einer Heldenhaften Rollenspielgruppe in der Wüste von Har’ Akir auf Ravenloft.
Eine Gruppe, die eine über 30 DIN A 4 (kleingedruckt) gehende Mitschrift verfügte, eine Gruppe, die dabei war (angetrieben durch den rechtschaffenden Priester) eine ‚Allgemeine Gruppenkassen Verordnung’ aufzustellen… eine Gruppe, die es wirklich Wert ist betrauert zu werden!

Lasset uns ihrer, in angemessener Hochachtung, gedenken!
Das sie im Jenseits an der Seite ihrer Götter ihren Frieden Finden.
Viele Träume und Hoffnungen sind mit ihnen gestorben.
Auch ich als Meister habe etwas verloren!
Es war die erste komplette Auslöschung einer Gruppe, die ich miterleben musste!
Lasset uns ihrer gedenken und uns auf unseren Weg ihrer Taten erinnern, und ihren Untergang uns eine Lehre sein, damit es uns nie selber so ergehen mag!!

Die Akteure dieser genialen Gruppe waren:

Cato, der rechtschaffend neutrale Priester des St. Cuthbert (Recht, Gerechtigkeit und Rache). – Wenn dies nicht schon alles sagt, sollte man sagen, das er in der Regel in der Gruppe den Part des eisernen Streiters spielte, der in der Gruppe immer gegen Wiederstand zu kämpfen hatte, aber immer die Balance hielt, dass die Freundschaft untereinander darunter nie leiden musste. Anstrengend, unbequem, aber bestimmt alles andere als Langweilig! (‚Der Puppenspieler’ war Thorsten Hestermeier)

Calluna, bekannt als die Bardin. – Aber durchaus auch bewandert in den Denkweisen eines Hexers und den Pfaden eines Schurken. Kaum ein Kampf kam ohne ihr Schwert, und ohne ihren ermutigen Gesang aus. Auch übernahm sie öfters mal den Part des ‚Guten (Gut mit Absicht groß geschrieben) Gewissen’ in der Gruppe. (Die Fäden dieser Figur hielt Regina Lödige in der Hand)

Echelon, der druidische Waldläufer, der als druidische Besonderheit, ein Meister mit dem Bogen war. Seine chaotisch neutrale Natur machte ihm zum perfekten ‚Gegenspieler’ Catos. Als Wolf und als Adler machte er ganze Landstriche unsicher, und seine ‚schlafenden’ Tierfreunde waren stets ein Anlass für lustige Neckereien. (Am liebsten spielte dieser Spieler seinen Charakter, wenn er sein T-Shirt trug, auf dem geschrieben stand: ‚Nur aus dem Chaos kann ein Stern entstehen’. Sein Name: Markus Jütte)

Lidda, die Halbling- Dame, die entgegen allen Gerüchten Halblingen gegenüber eine der besten Quasselstrippen, und Nahrungsverzehrerin (meist ungewollt) war. Ihrer Wachsamkeit und geschultem Auge entging nichts, und kein Schloss oder keine Falle konnte ihr lange wiederstehen! Und auch wenn man sie so in ausgelassener Runde (schnell und viel) Reden hörte, hätte man nie gedacht, dass sie sich ungesehen und ungehört an einer aufmerksamen Stadtwache vorbeischleichen konnte. (den anstrengenden Part der ‚Nervensäge’ übernahm auf grandioser Art: Inga Holtkamp)

Ragda, der Krieger! Zuerst mit dem Zweihänder, dann mit Langschwert und Schild! Der Krieger, der nachher bei seinen Kameraden lernte, dass ‚ein bisschen Schurke zu sein’ gar nicht so schlecht ist. Der Krieger, der seine Kameraden auch schon mit seiner Sprachgewandtheit und seiner weiteren Fähigkeiten überzeugen konnte! (Der Spieler dieses Charakter hat den zeitaufwendigen und lobenswerten Part des Chronisten übernommen, und war damit (und der Masse an zusammengetragenen Informationen) natürlich auch immer ein zentraler Punkt in der Gruppe. Lobenswert erwähnt sei: Arne ‚Prof’ Löffler!)

Gedenket ihnen, und lasst uns sehen, welche Helden in Zukunft auf den Brettern des (Rollenspiel-) Lebens ihren Ruhm mehren mögen!

In Hochachtung vor dieser (leider verstorbenen) Helden- Gruppe!!!

Euer Meister
DMP

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